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Informationen zum Patenschaftsprojekt

Eine Patenschaft übernehmen

Familienpakete packen

Eine Holzlieferung finanzieren

Vorschlag für Einkaufsliste Lebensmittelpaket
Packvorschlag Lebensmittelpaket 2016.pdf
PDF-Dokument [328.5 KB]

Schulpatenschaft für Geanina aus Unirea. Die Bereitstellung eines Laptops ist neben der regelmäßigen Unterstützung bei den Fahrtkosten zur Schule ein wichtiger Baustein für den gelingenden Schulbesuch.

 

Liliana (Foto unten) studiert als ehemalige Bewohnerin des 'Casa Fulda' inzwischen in Constanta.

Schulpatenschaften & Studienpatenschaften

Unirea ist eine kleine Gemeinde, ca. 30 Kilometer von der Großstadt Braila entfernt. Jugendliche, die die Schule in Unirea nach der achten Klasse beenden, müssen danach die höheren Schulen, Gymnasien und Oberschulen in Braila aufsuchen. Da es keinen öffentlichen Schulbus gibt und auch keine Buskosten vom Staat übernommen werden, müssen die Eltern der Jugendlichen die Buskosten von ca. 65 Euro pro Monat in Eigenleistung aufbringen.

Gemeinsam mit einem Schulsozialarbeiter kümmern wir uns um Patenschaften für begabte Jugendliche, die die Schule fortsetzen möchten, dazu aber aus finanziellen Gründen nicht in der Lage sind. Aktuell unterstützen wir vier Jugendliche, drei Jungen und ein Mädchen mit einer monatlichen Buspatenschaft, die Spenderinnen und Spender als Paten aufbringen. In der Regel finanzieren die Paten die Hälte der Fahrtkosten, also 32,50 Euro pro Monat. In den zweimonatigen Sommerferien steht das Geld dann für den Kauf von Schulmaterialien zur Verfügung.

Zusätzlich konnten wir jedem Schüler ein gebrauchtes Notebook zur Verfügung stellen, das die Jugendlichen bei der Recherche für Hausaufgaben und den Schularbeiten wie Referate und Hausarbeiten unterstützt. 


Ein erster Zwischenbericht von der Patenschaft:
Mein Name ist Geanina, ich lebe in dem Ort Unirea im Kreis Braila und habe die neunte Klasse des Technischen Gymnasiums "Constantin D. Nenitescu" abgeschlossen. Im vergangenen Jahr dachte ich oft darüber nach, die Schule zu verlassen, weil ich nicht die finanziellen Mittel habe, die Buskosten von Unirea nach Braila zu bezahlen. Seit Januar 2019 hat sich mein Leben verändert! Und nur zum Guten! Durch Ihre Bereitschaft,  die Fahrtkosten zu unterstützen, konnte ich das Schuljahr gut abschließen, ich habe Pläne für die Zukunft ...

Darüber hinaus wurde der Laptop von mir genutzt, um Bücher zu lesen, da ich sie nicht kaufen konnte, und ich konnte weitere Informationen recherchieren. Ich hatte für Hausaufgaben zu arbeiten, musste im Internet surfen. Dies war wirklich nützlich! Danke von ganzem Herzen!
 

Neben den Schulpatenschaften unterstützen wir einzelne bedürftige Studentinnen und Studenten im Rahmen von Studienpatenschaften, z.B. für dem Kauf von Fachbüchern. Mehreren Studenten konnten wir für Studienzwecke ein gebrauchtes Notebook zur Verfügung stellen. Auch Fahrräder zum besseren Erreichen der Vorlesungen geben wir an die Studenten weiter.  Mit Liliana und David unterstützen wir z.B. zwei ehemalige Bewohner des 'Casa Fulda'. Beide studieren in Constanta.

 

Frau Cojacaru aus Braila kümmerte sich als alleinerziehende Mutter schwer erkrankt um ihre sechs Kinder. Vier Jahre lang haben wir sie unterstützt. Im Janur 2017 ist sie verstorben.

Informationen zum Patenschaftsprojekt für bedürftige Familien

Armut in Rumänien bedeutet insbesondere, im Winter zu frieren. Auf dem Land sind viele Eltern als Tagelöhner in der Landwirtschaft tätig und im Winter arbeitslos. Dann reicht das Geld nicht mal für Holz zum Heizen. Vor allem dann, wenn ein Elternteil erkrankt oder verstorben ist oder Familien-mitglieder mit Behinderungen zu versorgen sind.

Rumänien hat sich bis heute noch nicht von der Wirtschaftskrise 2009/2010 erholt, obwohl es wieder aufwärts geht. Die Folge waren harte Einschnitte in das soziale Netz, beispielsweise wurden die Renten 2010 um 15% gekürzt. Dabei hatte Rumänien sowieso keine großen Sozialleistungen zu verteilen. Das Kindergeld liegt aktuell bei ca. 18 Euro pro Kind, die Mindestrenten bei knapp 120 Euro. Bei steigenden Energiekosten stürzen immer mehr Familien in soziale Notlagen ab.

Ein Beispiel, das uns sehr nahe ging: Elena Cojacaru und ihre sechs Kinder Julian (16 Jahre), Marius (13), Andre (10), Adrian (8), Remus (4) und Gabriel (3) haben wir im Oktober 2016, ein gutes Vierteljahr vor ihrem Tod, zuletzt persönlich besucht. Bei unserem ersten Besuch 2014 war das Haus unbeschreiblich: nur ein wirklich bewohnbarer Raum. Die Mutter von Krankheit gezeichnet, aber mit unendlicher Liebe für ihre Kinder. Pastor Viorel Mitrea hatte bereits mit einer von der IGFM gelieferten Photovoltaikanlage  ausgeholfen und aus IGFM‐Spendenmitteln einen kleinen Holzherd zum Kochen beschafft, Kleidung und Schuhe übergeben, ebenso Rucksäcke, Hefte und Stifte für die Kinder, damit sie die Schule besuchen können. Wir ließen ein Fenster austauschen, damit wenigstens ein beheizbarer Winterraum existiert, der die Wärme ein wenig hält. Im Januar 2017 verstarb Elena Cojacaru, ihre sechs Kinder sind nun in der Obhut des Jugendamtes. Vier Jahre haben wir die Familie auch mithilfe der zwei Pastoren vor Ort begleitet und unterstützt. So war es möglich, dass die Kinder bis zuletzt bei ihrer Mutter bleiben konnten. 

Beispiele wie diese lassen sich viele aufzählen: Familien, die als Tagelöhner arbeiten und von ihrem "Patron" wie Sklaven gehalten werden. Familien, die nach dem Tod eines Elternteils nicht mehr wissen, wie es mit dem Schulbesuch der Kinder weitergeht, weil das gesamte Kindergeld zum Überleben gebraucht wird. Familien, die mit Nähe und Zuneigung Kinder mit Behinderungen pflegen, aber nicht wissen, wie sie die Stromrechnung oder das Holz für den Winter bezahlen sollen.

 

Für viele Familien suchen wir Paten, die bereit sind ein bis zweimal im Jahr ein Lebensmittelpaket zu packen und einen Beitrag für eine Holzlieferung (z.B. 50€) zu leisten. Darüber hinaus können Pakete mit Kleidung gepackt werden.

Für besonders bedürftige Familien vermitteln wir auch monatliche Patenschaften, die aus einer festen finanziellen Unterstützung bestehen, beispielsweise in Höhe von 50 Euro pro Monat.

Dabei garantieren wir, dass der gespendete Betrag in voller Höhe bei der Familie in Form von Lebensmitteln, Holzlieferungen, Schulmaterialien oder anderen Sachspenden bzw. der Zahlung von Rechnungen (Strom/Wasser) ankommt.

 

Insbesondere im Winter benötigen die Familien verstärkte Unterstützung, im Sommer kommen sie meist irgendwie zurecht. Hilfen benötigen aber nicht nur kinderreiche Familien. Auch alte Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Ein Brief einer Rentnerin, ist hier beispielhaft für viele andere:

Das Leben in Rumänien wird von Tag zu Tag schwerer.  … Ab November steigt der Preis von Stadtgas um 20%. Bis jetzt kostet die Gasrechnung ca. 50 Euro im Monat. Diesen Winter wird meine ganze Rente auf die Gasrechnung gehen. Und meine Rente ist 80 Euro im Monat. Woraus soll ich Miete, Medikamente und Lebensmittel zahlen? Ab Januar bin ich verpflichtet, Insulin für meine Zuckerkrankheit zu kaufen, weil es die Krankenkasse nicht mehr genehmigt hat, Insulin kostenlos zu erhalten. …Ich weiß nicht, ob Sie es glauben können, aber ich esse jede Woche Brot und Kartoffeln, weil ich nichts anderes habe. Ich wünsche mir Obst zu essen, doch ich kann mir Obst nicht leisten, ich habe kein Geld dafür. Ich gehe auf den Marktplatz, kaufe 2 Kg Kartoffeln und Brot, schaue mir das Obst an und gehe weinend weg.“ (E.S.)

 

Ein Beispiel für eine langjährige gelungene Familiepatenschaft: Familie Cazan aus Muchea wird regelmäßig vor Weihnachten unterstützt. Beide Eltern arbeiten als Melker auf einem Hof und wohnen in einem Anbau an den Stall. Für ihre Arbeit erhalten sie nicht mehr als Kost und Logie, werden von ihrem 'Patron' wie Leibeigene behandelt.

 

 

Eine Patenschaft übernehmen

Wenn Sie Interesse an einer Patenschaft haben, setzten Sie sich mit uns in Verbindung: Entweder telefonisch (Felizitas Sondergeld, Tel. 06657/8715; Gunter Goebel, Tel. 0661/240088) oder mit Hilfe des Kontakformulars. Gerne vermitteln wir Ihnen eine bedürftige Familie und senden Ihnen Fotos und weitere Informationen über die Familie zu. Genaue Kleider- und Schuhgrößen können wir nicht liefern, das datierte Foto muss hier als Orientierung ausreichen. Die Familienpakete leben von der Abwechslung; sie sollten nur Lebensmittel, Schulmaterialien und Hygieneartikel neu kaufen, aber keine Kleidung oder Schuhe. Die Familien freuen sich über praktische Dinge wie Handtücher, Bettwäsche, Töpfe oder Kleidung/Schuhe. Dabei muss nicht für jedes Familienmitglied etwas im Paket sein.

 

Wir übernehmen den Transport der adressierten und fertig gepackten Pakete nach Rumänien im Winter (Abgabe der Pakete immer bis zum 6.12., gerne früher) und informieren Sie per Mail über einen evtl. weiteren Hilfstransport im Sommer bzw. Herbst. Die Familienpakete können wir leider nicht abholen. Wer nicht aus der Region kommt, kann uns die Pakete gerne auch per Post zusenden. Im Winter übergibt Pastor Daniel Buzatu  die Pakete und dokumentiert die Übergabe mit einem Foto, das wir an die Paten weiterleiten. Manchmal bedanken sich die Beschenkten schriftlich, wobei wir Ihnen den Brief gerne übersetzen. Einen vermittelten Schriftverkehr mit der Patenfamilie können wir aufgrund der Vielzahl der Familien nicht leisten. Dies übersteigt unsere zeitlichen Ressourcen.

Holzlieferung für Herrn Bacanu in Braila. Der über 80-jährige Rentner kümmert sich zusätzlich um seine bettlägrige Ehefrau

Eine Holzlieferung finanzieren

Den 30 ärmsten Familien und alleinstehenden Senioren werden wir wieder mit zwei Holzlieferungen
über den Winter helfen. 5.000-6.000 Euro aus Spendengeldern wenden wir dafür Jahr für Jahr auf, weil durch bittere Armut und Krankheit in den betroffenen Familien meist gar nichts mehr geht. Vielleicht ist es die wertvollste Hilfe, die wir schenken können: Herr Bacanu (80 Jahre alt) und seine von ihm gepflegte bettlägrige Ehefrau wären im Winter fast erfroren. Er hatte kein Geld mehr für Holz, heizte dann noch mit einem elektrischen Heizgerät, bis man ihm auch den Strom abstellte. Pastor Daniel Buzatu hat ihn im Winter auf der Straße getroffen, als er im Schnee mit einem Schlitten mühsam dürre Zweige nach Hause schaffte. Wir halfen mit zwei Holzlieferungen, die Pastor Viorel Mitrea für uns organisierte. Als wir Herrn Bacanu und seine Frau im Sommer darauf besuchten, umarmte und küsste uns der Mann und nannte uns seine ‚Lebensretter‘, wir waren ganz beschämt ob solcher Dankbarkeit.

Bereits mit 50 Euro können wir einer Familie mit einer Holzlieferung im Winter wirksam helfen. Für 100 Euro können wir den Familien oder alten Menschen zweimal im Winter eine Fuhre Holz liefern lassen. Gerade im Februar/März ist die Kälte im Osten Rumäniens meist noch sehr groß.

Pastor Viorel Mitrea haben wir eine gebrauchte Motorsäge zur Verfügung gestellt, mit der er den Empfängern aushilft, die das gelieferte Holz nicht alleine sägen und spalten können.

 

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(c) IGFM-Fulda, Gunter Goebel. Fotos: Daniel Buzatu, Gunter Goebel, Simone Hasenau, Johannes Näder, Philipp Schwind