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Seit Nov. 2018 ist Fulda Fairtrade Town

IGFM-Fulda wirkt in der Agenda-Arbeitsgruppe seit 2016 aktiv mit.

 

 

Menschen- & Kinderrechte

Lesen sie weiter untern mehr über die Grundlagen unserer Arbeit.

 

 

IGFM - Deutsche Sektion e.V.

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IGFM-Fulda - seit 1989 aktiv

Links und Berichte zur IGFM-Fulda finden Sie weiter unten.

 

IGFM-Fulda aktiv auf der Fairen Woche im Umweltzentrum - Schulranzenaktion & Malaktion für das Recht auf Bildung

Kompakte Information auf 1x1 Quadratmetern: Der Stand der IGFM-AG Fulda informiert über das Recht auf Bildung und über die Grundrechte der UN-Kinderechtskonvention. Auch erste gespendete Schulranzen wurden abgestellt.


Unten: Am eigenen Leib erfahren, wie hart die Arbeit des Wasserholens ist: Mitmachaktion als Teil der Ausstellung von Christof Krackhardt.

(4.9.2020) Gemeinsam mit der Agenda AG Faires Fulda beteiligte sich die IGFM-Fulda an der Fairen Woche 2020 im Umweltzentrum Fulda. Die Gestaltung des Aktionstages am 20.09. hatte die IGFM-Fulda als Mitglied der Agenda Arbeitsgruppe Faires Fulda übernommen. Sprecherin Felizitas Sondergeld begrüßte die Ausstellungsbesucher und eröffnete gemeinsam mit dem Fotograf Christof Krackhardt die Führung durch die Ausstellung.


An einem Stand der Arbeitsgruppe Fulda der Internationale Gesellschaft für Menschenrechte e.V. (IGFM) wurde die Grundrechte der UN Kinderrechtskonvention, speziell das Recht auf Bildung, thematisiert. Kinder konnten sich an dem Aktionstag vor dem Umweltzentrum über das Recht auf Bildung in anderen Ländern informieren und an einem Kreativtisch einen persönlichen Wunsch, bzw. eine Schulerfahrung sowie ein gemaltes Bild für rumänische Kinder auf Papier bringen. Informationen über das rumänische Schulbildungssystem sowie ein Sammelaufruf für gebrauchte Schulranzen/-taschen ergänzten die Aktion. Die Fulda bringt die gesammelten Schulmaterialien benachteiligten Kindern in die Region Braila/Rumänien. Eine Abgabemöglichkeit besteht bis zum 4. Oktober 2020 zu den Öffnungszeiten im Umweltzentrum Fulda, Johannisstraße 44, Fulda oder bei folgenden Personen auch noch ganzjährig über den 4. Oktober hinaus:

 

Felizitas Sondergeld, Morleser Str. 3a, 36157 Hofbieber, Tel. 06657/8715

Gunter Goebel, Am Felsenkeller 24, 36100 Petersberg, Tel. 0661/240088

 

Zur Hintergrundinformation: Presseartikel der IGFM-Fulda zum Aktionstag (gekürzt): 
Ein Start ins neue Schuljahr ohne Hefte, Stifte und ohne Schulranzen? Was für hiesige Schülerinnen und Schüler undenkbar wäre, ist für bedürftige Kinder im Osten Rumäniens bittere Realität.

Pünktlich zum Schulbeginn in Rumänien unterstützt die Arbeitsgruppe Fulda der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte e.V. (IGFM) erneut 50 Kinder in der Region Braila im Osten Rumäniens mit gebrauchten Schulranzen und Rucksäcken und einem 20 Euro-Gutschein für Schulmaterialien. „Bei unseren jährlichen Besuchen in Rumänien bitten uns immer wieder Familien und Kinder um Schulmaterialien, da das Kindergeld von 18 Euro im Monat oftmals noch nicht einmal für ein ordentliches Paar Schuhe reicht“, so berichtet IGFM-Arbeitsgruppensprecherin Felizitas Sondergeld von ihren Begegnungen in der nördlichen Walachei in der Region Braila. Deshalb hat die Fuldaer Arbeitsgruppe auch das Thema Bildung zu ihrem Arbeitsschwerpunkt für ihr humanitäres Engagement in Rumänien gemacht und unterstützt dort mit monatlichen Stipendien und der Weitergabe von Notebooks den Schulbesuch von Kindern und Jugendlichen aus bedürftigen Familien und stattet Schulen mit Schulmöbeln und Computern aus.

Wie Felizitas Sondergeld weiter erläutert, beginnt - oder endet allzu oft - die schulische Zukunft rumänischer Kinder bereits nach dem 8. Schuljahr! Mit Abschluss der 8. Klasse in der Einheitsschule, die es in jeder Gemeinde in Rumänien gibt, endet die Schulpflicht. Wer weiter die Schule besuchen will, seien es drei Jahre für eine berufliche Ausrichtung oder vier Jahre für eine Hochschulreife (Baccalaureat - dem Abitur vergleichbar), muss sich auf den Weg in die weiterführenden Schulen in der nächsten Großstadt machen, und man muss sich das leisten können.
Da der rumänische Staat für den Schulbesuch keine oder so gut wie keine Buskosten übernimmt, zumindest nicht in der Region Braila, sind Fahrtkosten in Höhe von 50-65 Euro im Monat die Regel, sofern die Schülerinnen und Schüler z.B. 30km und mehr außerhalb wohnen. Bei 18 Euro Kindergeld und einem Monatsverdienst eines Tagelöhners von 130-200 Euro auf dem Land findet für viele Kinder armer Eltern der Schulbesuch nach der 8. Klasse nicht mehr statt und es beginnt gleichzeitig der perspektivlose Weg der Kinder in eine Zukunft als Tagelöhner auf den Weiden und in den Ställen der kleinen Orte auf dem Land.
In enger Kooperation mit Schulen, Sozialarbeitern und einer örtlichen Stiftung, die im Namen der IGFM-Fulda die Fahrtkostenunterstützung auszahlt, bemüht sich die Arbeitsgruppe, diesen Kreislauf gerade für begabte Kinder zu beenden, wobei für die IGFM nicht Spitzennoten, sondern soziale Belange und die Sehnsucht der jungen Menschen nach einem weiteren Schulbesuch im Vordergrund stehen. 

Download Flyer der Fairen Woche 2020
flyer-faire-woche2020_web-1.pdf
PDF-Dokument [258.8 KB]
Download Aufruf Schulranzenaktion zur Fairen Woche 2020
Faire Woche_Sammelaufruf_Schulranzen.pdf
PDF-Dokument [334.7 KB]
Reportage über das rumänische Bildungssystem
Reportage www.youthreporter.eu Rumänisch[...]
PDF-Dokument [120.0 KB]

Handy-Abgabestelle in Hofbieber

Mobiltelefone für die missio-Aktion können bei der IGFM-Arbeitsgruppe Fulda in Hofbieber abgegeben werden:

 

Der Handy-Briefkasten befindet sich bei Felizitas Sondergeld in der Morleser Straße 3 (Einfahrt zu 3a, rechte Hausecke).

Handys recyceln - Gutes tun

(15.01.2020) Menschenrechte, Globale Gerechtigkeit, menschenwürdige Lebens- u. Arbeitsbedingungen, Umwelt- und Klimaschutz sind Themen, für die sich die IGFM-Fulda, das Int. Kath. Missionswerk missio (im Referat Weltkirche des Bistums Fulda) sowie viele weitere Fuldaer Organisationen und Einrichtungen in der Agenda AG FAIRES FULDA engagieren.

Über 124 Millionen ausgediente Handys liegen ungenutzt in deutschen Schubladen; sie sind im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Rund 2,4 Tonnen Gold befinden sich (so schätzen Experten) in diesen Mobiltelefonen, die ungenutzt verstauben.

Wer missio sein altes Handy spendet, entsorgt diesen Elektroschrott verantwortungsbewusst und ermöglicht fachgerechtes Recycling. Dabei werden die Daten der Althandys komplett gelöscht.

missio erhält einen Anteil des Recyclingerlöses für Hilfsprojekte im Kongo. So trägt Ihr altes Handy dazu bei, Familien in Not ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

Rebellen führen in der Demokratischen Republik Kongo seit Jahren einen grausamen Krieg um wertvolle Rohstoffe, die für die Handyproduktion gebraucht werden. Zurzeit sind rund drei Millionen Menschen auf der Flucht vor bewaffneten Konflikten in verschiedenen Regionen des Landes. Frauen, Männer und Kinder in den Minenregionen werden Opfer der Gewalt. Die missio-Partner helfen den betroffenen Familien psychologisch, medizinisch, juristisch und wirtschaftlich.

Die IGFM AG Fulda unterstützt diese Aktion. Und so einfach geht’s:

Alle Sim- und Speicherkarten aus dem Handy entfernen, Handy inkl. Akku und Rückschale, ggf. Ladegerät, in den Briefkasten legen. (Sollte der Akku lose sein, die Pole bitte mit einem Klebestreifen abkleben.)

Weitere Informationen bei Felizitas Sondergeld Tel. 06657-8715

Seit März 2016 ist die IGFM-Arbeitsgruppe Fulda mit Felizitas Sondergeld in der Agenda-Arbeitsgruppe FAIRES FULDA vertreten.

 

Seit dem 9. November 2018 ist Fulda Fairtrade Town. Für die IGFM-Arbeitsgruppe Fulda nahm Felizitas Sondergeld (2. Bild, 2. Reihe 3. v.l.) an der Übergabe der Urkunde im Marmorsaal des Stadtschlosses teil.

 

Der Agenda AG "Faires Fulda" gehören Vertreterinnen und Vertreter von Fuldaer Schulen, katholischen und evangelischen Kirchengemeinden, des KAB-Diözesanverbandes Fulda, der Verbraucherzentrale Hessen e.V., der kfd,  des Weltladens, von Kolping, Unicef, der IGFM-AG Fulda, tegut… gute Lebensmittel, Blumen-Link, des Umweltzentrums sowie das Agenda-Büro der Stadt Fulda an.

 

Leitbild der Arbeit ist die Lokale Agenda 21 der Stadt Fulda (im Jahre 2001 durch die Stadtverordnetenversammlung verabschiedet), die ein Handlungsprogramm für nachhaltige Entwicklung zur Sicherung der Lebensqualität künftiger Generationen darstellt und einen lokalen Beitrag zur globalen Gerechtigkeit leisten möchte. Zu den drei tragenden Säulen der Agenda 21 gehören daher Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und nachhaltiges Wirtschaften. Nachhaltigkeit bedeutet, jede Generation soll sich so verhalten, dass nachfolgende Generationen und alle Menschen anderer Regionen der Erde gleichwertige Lebensgrundlagen und Entwicklungsmöglichkeiten haben.

IGFM-Fulda begleitet Fuldas Weg zur FAITRADE-TOWN in der Agenda-Arbeitsgruppe FAIRES FULDA

18.02.2019 - Die Agenda-Arbeitsgruppe Faires Fulda hisst unter Beteiligung von Felzitas Sondergeld von der IGFM-Fulda gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld vor der Stadtwache Fulda die Fahnen „Wir sind Fairtrade-Stadt“ (Foto: Conrad Sailer).

 

Foto: Martin Übelacker

9.November 2018

Fulda ist seit dem 9. November 2018 Fairtrade-Town. Im Rahmen einer Auszeichnungsfeier überreichte Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz dem Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld die Zertifizierungsurkunde zur Fairtrade-Town. 

Seit 2016 wirkt die IGFM-Arbeitsgruppe Fulda mit Felizitas Sondergeld in der Agenda-Arbeitsgruppe Faires Fulda mit und unterstützt den Agenda-Prozess, der sich vor allem um gerechten Handel weltweit bemüht und diesen im Alltag der Menschen praktisch werden lässt. 

 

Die  Arbeitsgruppe Fulda der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte e.V. arbeitet auf der Basis der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948.

Artikel 23 der Charta thematisiert das Recht auf Arbeit und den Schutz der Arbeiter und fordert, dass jeder Mensch das Recht auf eine angemessene Entlohnung hat, die ihm und seiner Familie ein Leben in Würde ermöglicht (Artikel 23, Satz 3).

Als Vorsitzende der UN-Menschenrechtskommission war Eleanor Roosevelt die treibende Kraft bei der Schaffung der Charta von 1948, der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Diese Charta bildet die Grundlage der Arbeit der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, zu der die Fuldaer Arbeitsgruppe der IGFM gehört.

Eleanor Roosevelt fand auf die Frage "Wo beginnen die Menschenrechte?" folgende Antwort: "An den kleinen Plätzen, nahe dem eigenen Heim. So nah und so klein, dass diese Plätze auf keiner Landkarte der Welt gefunden werden können. Und doch sind diese Plätze die Welt des Einzelnen: Die Nachbarschaft, in der er lebt, die Schule oder die Universität, die er besucht, die Fabrik, der Bauernhof oder das Büro, in dem er arbeitet. Das sind die Plätze, wo jeder Mann, jede Frau und jedes Kind gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleiche Würde ohne Diskriminierung sucht. Solange diese Rechte dort keine Geltung haben, sind sie auch woanders nicht von Bedeutung. Wenn die betroffenen Bürger nicht selbst aktiv werden, um diese Rechte in ihrem persönlichen Umfeld zu schützen, werden wir vergeblich nach Fortschritten in der weiteren Welt suchen."

 

01. März 2016

Die IGFM AG Fulda ist seit März 2016 neues Mitglied in der Agenda-Arbeitsgruppe "Faires Fulda".

Die Agenda-Arbeitsgruppe ist ein Zusammenschluss aus verschiedenen Organisationen u. Einrichtungen. Globale, regionale u. lokale Fairness sind für die Gruppe eine untrennbare Einheit. Zu den Aktivitäten zählen regelmäßige Treffen, Pressearbeit, Präsentationen, das Organisieren von Ausstellungen und Vorträgen sowie die Teilnahme an Aktionen. Einen Schwerpunkt bilden die örtlichen Veranstaltungen im Rahmen der jährlich bundesweit stattfindenden „fairen Woche“ im September. An den diesjährigen Veranstaltungen, dem Vortrag  „Fair Reisen – wie mache ich umweltbewussten Urlaub“ (19.09.2016) im Marmorsaal des Stadtschlosses Fulda und am Ubuntu-Konzert „Wir in der einen Welt“ am 30.09.2016 in der Lutherkirche war auch die IGFM-Fulda  beteiligt.

 

Vor 150 Gästen berichtete die Jesidin Shirin im Bonifatiushaus Fulda von ihrer Verschleppung durch den IS. V.l.n.r.: Johannes Näder (IGFM-Fulda / MRZ Cottbus), Shirin, Besse Boga (IGFM-Wittlich).

 

 

Schicksal der Jesiden im Norden des Irak

Die junge Jesidin Shirin hatte gerade ihr Abitur abgelegt und wollte im Irak Jura mit dem Schwerpunkt Frauenrechte studieren, als IS-Milizen ihr Heimatdorf im nordirakischen Sindschar-Gebiet überfielen. Mit ihrer Familie und anderen jesidischen Dorbewohnern wurde sie im August 2014 ins Gebiet des sogenannte „Islamischen Staates“ verschleppt und fast ein Jahr lang als Sklavin gehalten. Terroristen des IS misshandelten und vergewaltigten sie und andere Frauen und verkauften sie untereinander weiter. Neun mal wurde Shirin auf diese Weise verkauft. Erst nach neun Monaten gelang ihr die Flucht ins autonome Kurdengebiet, von wo aus sie über ein Hilfsprogramm nach Baden-Württemberg reisen konnte. Das Schicksal und der Verbleib ihrer Mutter und ihrer Geschwister ist bis heute nicht geklärt. Bis heute sind noch etwa 3500 Mädchen und Frauen in der Gewalt von IS-Kämpfern, die sie zwingen, zum Islam zu konvertieren, sie als ihr persönliches Eigentum betrachten und als Haussklaven demütigen und missbrauchen. Ihre Geschichte hat Shirin mit Unterstützung der Journalistin Alexandra Cavelius und des Psychologen Prof. Dr. Jan Kizilhan aufgeschrieben und als Buch unter dem Titel „Ich bleibe eine Tochter des Lichts“ veröffentlicht.

 

Shirin lebt heute in einer Stadt in Baden-Württemberg lebt. Sie ist eine von 1.000 schwer traumatisierten Frauen, die als "Kontingentflüchtlinge" durch ein Sonderprogramm der Baden-Württembergischen Landesregierung nach Deutschland ausgeflogen wurden und die Möglichkeit bekamen, durch eine Therapie ins Leben zurückzufinden. Inzwischen besucht Shirin eine Integrationsklasse, lernt Deutsch und findet den Mut, sich in ihrer neuen Umgebung selbstbestimmt und frei zu bewegen.

 

In zwei von der IGFM-Fulda organisierten Veranstaltungen schilderte die junge Jesidin mutig ihr Schicksal: Vor 120 Schülerinnen und Schülern der Winfriedschule Fulda und im Rahmen eines Akademieabends im Bonifatiushaus Fulda mit 150 Gästen berichtete sie von ihren Erlebnissen und ihrem Umgang damit, beschrieb ihre Hoffnungen und Ziele und beantwortete Fragen der Zuhörer. Besse Boga, selbst Jesidin, übersetzte und las stellvertretend für Shirin zwei Kapitel aus deren autobiografischem Buch.

 

In die gesellschaftliche und politische Situation im Nordirak sowie in die Geschichte des IS führte bei beiden Veranstaltungen Johannes Näder von der IGFM-Fulda ein. Während der Ostertage 2017 hatte er als Bildungsreferent des Menschenrechtszentrums Cottbus an einem Friedens- und Versöhnungsmarsch von Erbil bis nach Alqosh in der Niniveebene nördlich von Mossul teilgenommen und konnte daher auch von seinen Eindrücken über die Situation in den Flüchtlingslagern berichten und eine Einschätzung über das äußerst schwierige Zusammenleben der verschiedenen Ethnien und Religionen geben, das durch Krieg und massive Kulturbrüche nur mühsam gelingt.

 

Kathrin Bornmüller, Ehrenvorsitzende der Deutschen Sektion der IGFM und Organsiatorin zahlreicher Hilfstransporte in die Krisenregion, ergänzte die Ausführungen durch ihre Erlebnisse und Erfahrungen, die sie bei Hilfstransporten und Besuchen im Sindschar-Gebirge gesammelt hat. Gerade die entwurzelten Menschen in den wilden Flüchtlingscamps, die Familien und Kinder in den zerstörten Dörfern benötigen dringend humanitäre Hilfe, Zugang zu sauberem Trinkwasser und medizinische Betreuung.

 

Akademieabend im Bonifatiushaus Fulda

In den Fängen des Islamischen Staates
Eine Jesidin berichtet von ihrer Verschleppung und Flucht

 

Die junge Jesidin Shirin wollte gerade ihr Abitur ablegen, als IS-Milizen ihr Heimatdorf im nordirakischen Sindschar-Gebiet überfielen. Mit ihrer Familie und anderen jesidischen Dorbewohnern wurde sie im August 2014 ins Zentrum des sogenannte „Islamischen Staates“ verschleppt und fast ein Jahr lang als Sklavin gehalten. Terroristen des IS misshandelten und vergewaltigten sie und andere Frauen und verkauften sie untereinander weiter. Nach einem Jahr gelang ihr die Flucht ins autonome Kurdengebiet, von wo aus sie über ein Hilfsprogramm nach Baden-Württemberg reisen konnte. Ihre Geschichte hat Shirin mit Unterstützung der Journalistin Alexandra Cavelius und des Psychologen Prof. Dr. Jan Kizilhan aufgeschrieben und als Buch veröffentlicht.
Im Rahmen einer Buchlesung mit anschließendem Publikumsgespräch berichtet Shirin von ihrem Leben in Gefangenschaft, von ihrer Flucht und von der Verarbeitung des Grauens.
 

Johannes Näder von der Fuldaer Arbeitsgruppe der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), der gerade von einem Friedensmarsch aus dem Nordirak zurückgekehrt ist, wird ins Thema einführen und die humanitäre Hilfe der IGFM vor Ort vorstellen.

 

Referenten:
Shirin, Jesidin aus dem nordirakischen Sindschar-Gebiet
Johannes Näder, Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Cottbus/Fulda


Bonifatiushaus Fulda
4. Mai 2017, 19 Uhr

 

Eines von drei Infobannern der Fuldaer IGFM-Arbeitsgruppe. Zusätzlich informiert ein Faltblatt über die Aktivitäten der Gruppe.

IGFM-Fulda informiert mit neuen Infobannern über ihre Arbeit

Im Rahmen einer Veranstaltung der Lokalen Agenda-Arbeitsgruppe Faires Fulda informierte die IGFM-Fulda erstmals mit einem neuen Infobanner über ihre Arbeit. Parallel dazu wurde ein Faltblatt erarbeitet, das die Projekte und Aktivitäten der Fuldaer Arbeitsgruppe im Zusammenhang mit der Humanitären Hilfe für Rumänien vorstellt.

 

Zwei thematische Infobanner erläutern die Familienprojekte in Rumänien, die von der Lieferung von Brennholz, über die Montage von Photovoltaikanlagen auf 12V-Basis bis hin zur Versorgung mit Lebensmitteln, warmen Decken oder Kleidung reicht. Vor Ort in Rumänien arbeitet die Fuldaer Arbeitsgruppe seit 1998 mit zwei rumänischen Pastoren zusammen, die ganzjährig den Kontakt zu den Familien halten. Einmal jährlich sind Mitglieder der Fuldaer IGFM vor Ort, so vom16.-20. Oktober 2016.

 

Nähere Informationen über die Projekte der IGFM-Fulda finden sie hier (bitte klicken).

 

 

Der Schutz der Kinderrechte bildet einen wesentlichen Schwerpunkt der IGFM-Arbeitsgruppe Fulda

 

Menschenrechte / Kinderechte

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist das bekannteste Menschenrechtsdokument. Sie ist kein völkerrechtlicher Vertrag, sondern nur eine Willenserklärung der UN-Generalversammlung vom 10. Dezember 1948, in der die Völker der Vereinten Nationen "ihren Glauben an die grundlegenden Menschenrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Person" bekräftigt  haben. Weil die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte über Jahrzehnte international allgemein als der Standard für Menschenrechte anerkannt wurde, ist sie ins Völkergewohnheitsrecht eingegangen und dadurch rechtsverbindlich.

 

Ergänzt wurde diese Charta der Vereinten Nationen von einer "Erklärung der Rechte des Kindes" im Jahre 1959, in der jedem Kind folgende Rechte zugesprochen werden:
1. Das Recht auf Gleichheit, unabhängig von Rasse, Religion,Herkommen, Geschlecht.
2. Das Recht auf eine gesunde geistige und körperliche Entwicklung.
3. Das Recht auf einen Namen und eine Staatsangehörigkeit.
4. Das Recht auf genügende Ernährung, Wohnung und ärztliche Betreuung.
5. Das Recht auf besondere Betreuung, wenn es behindert ist.
6. Das Recht auf Liebe, Verständnis und Fürsorge.
7. Das Recht auf unentgeltlichen Unterricht, auf Spiel und Erholung.
8. Das Recht auf sofortige Hilfe bei Katastrophen und Notlagen.
9. Das Recht auf Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung und Ausnutzung.
10. Das Recht auf Schutz vor Verfolgung und auf eine Erziehung im Geiste weltumspannender Brüderlichkeit und des Friedens.

 

Dass die Arbeitsgruppe Fulda der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte in ihrem Arbeitsschwerpunkt für die besseren Lebensumstände rumänischer Heimkinder engagiert und sie durch Hilfsgütertransporte fördert, ist keine Selbstverständlichkeit. Das Eintreten für Menschen in sozialer Notlage ist in erster Linie ein karitativer Gedanke, der weltweit eher von großen Hilfsorganisationen wahrgenommen und nur selten mit der Menschenrechtsthematik verbunden wird. In Rumänien allerdings ist das Schicksal von Heimkindern eng mit Menschenrechtsverletzungen verknüpft, denn die zahlreichen Kinderheime des Landes 'verdanken' ihre Existenz einer dunklen Vergangenheit: Das 1965 an die Macht gekommene Diktatorenehepaar Ceausescu sonderte bis zu seinem Sturz im Winter 1989 Kinder nach staatlichen Intelligenztests in 'Sterbeheimen' ab, wo sie unter erschütternden hygienischen Bedingungen dahinvegetierten. Unterernährung und fehlende medizinische Versorgung waren kalkulierte Größen, um den 'Nachschub' an selektierten Kindern in den Heimen sicherzustellen, ohne expandieren zu müssen. Für einige Heime bedeutete das eine geplante Sterblichkeit von 50 Prozent im Jahr. Ein großer, schlichter Friedhof war meist Teil des Heims. Gekoppelt war diese Politik mit dem Größenwahn Ceausescus, den Vielvölkerstaat Rumänien zu einer so gut wie rein rumänisch bevölkerten Nation zu machen. So ordnete er an, daß jede rumänische Frau mindestens fünf Kinder zu gebären habe. Amtliche Schwangerschaftsnotierungen und Schikanen der berüchtigten Sekuritate, die ihren Nachwuchs aus besonderen rumänischen Waisenheimen rekrutierte, unterstützten diese Rassenzucht-Politik. 1990, also ein Jahr nach dem Zusammenbruch der rumänischen Diktatur hat die IGFM-Fulda begonnen, Kinderheime in Rumänien zu unterstützen. Bis heute arbeiten wir in Rumänien daran, Kindern aus armen Familien zu einem besseren Lebens zu verhelfen - ganz im Sinne der Kinderrechtserklärung.

Ein schlichter Stuhl als Zeichen des Protests vor der Altstadtbäckerei Ballmaier in Fulda. Auch in der Fußgängerzone von Fulda hatten Mitglieder der IGFM-Arbeitsgruppe Fulda mit leeren Stühlen auf die weitere Inhaftierung Xiabos aufmeksam gemacht.

 

 

10. Dezember - Tag der Menschenrechte Freiheit für Liu Xiaobo

Fulda, 10. Dezember 2010

„Ich sehe dem Tag entgegen, an dem meine Nation ein Land ist mit Meinungsfreiheit, ... wo alle politischen Ansichten unter der Sonne ausgebreitet werden ... und wo niemand unter keinerlei Umständen politische Verfolgung erleidet, weil er abweichende politische Ansichten geäußert hat. Ich hoffe, dass ich das letzte Opfer der endlosen geistigen Inquisition Chinas sein werde und dass von jetzt an niemand mehr wegen seiner Äußerungen beschuldigt wird. Meinungsfreiheit ist die Grundlage der Menschenrechte, die Quelle der Menschlichkeit und die Mutter der Wahrheit. Die Meinungsfreiheit zu strangulieren, tritt die Menschenrechte mit Füßen, erdrosselt die Menschlichkeit und unterdrückt die Wahrheit. (...)“
Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article11527131/Liu-Xiaobos-Rede-Ich-habe-keine-Feinde.html

 

Die IGFM-Arbeitsgruppe Fulda unterstützt den Aufruf "Empty Chair" des Fördervereins der Gedenkstätte Hohenschönhausen für den bis heute inhaftierten chinesischen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo.
IGFM-Arbeitsgruppensprecher Gunter Goebel bittet alle Bürgerinnen und Bürger, am 10. Dezember einen leeren Stuhl als Zeichen des Protestes vor die Tür auf den Bürgersteig zu stellen.
Liu Xiaobo hatte am 10. Dezember 2010 den Friedensnobelpreis erhalten, durfte aber nicht zur Preisverleihung nach Oslo fahren. Sein Stuhl blieb leer - zum ersten Mal seit 1936, als die Nationalsozialisten dem deutschen Preisträger Carl von Ossietzky die Reise nach Oslo verwehrten. Bis heute, seit über drei Jahren, sitzt der chinesische Bürgerrechtler isoliert von der Außenwelt im Gefängnis. Die IGFM-Fulda bittet alle Bürgerinnen und Bürger, die den Aufruf unterstützen, das offizielle Infoplakat aus dem Internet (http://www.stiftung-hsh.de)
herunterzuladen, auszudrucken und als Information auf dem Stuhl anzubringen. Fotos von dem ausgestellten Stuhl können an die Gedenkstätte Hohenschönhausen als Email geschickt werden, um die breite Unterstützerwirkung der Aktion deutlich zu machen (emptychair2010@googlemail.com).
 

 

14 Tonnen Geschirr - eine Spende der Fuldaer Großküchen-Firma Wahl im Rahmen ihrer Geschäftsaufgabe brachte die IGFM-Fulda in über 1.100 Kartons zu 35 Einrichtungen in Rumänien

 

 

Aktivitäten und Aktionen der IGFM-Arbeitsgruppe Fulda

Die Arbeit der IGFM-Arbeitsgruppe Fulda seit ihrer Gründung im Jahre 1989 ist vielfältig und reicht von der Einzelfallbetreuung politisch Inhaftierter über den Einsatz gegen Folter und Todesstrafe über das Eintreten für Rechte der Kinder bis hin zur humanitären Hilfe mit dem Schwerpunkt Rumänien.

IGFM-Fulda Fahrtbericht Rumänien 2011
IGFM-Geschirrtransport 2011.pdf
PDF-Dokument [1.7 MB]
IGFM-Fulda - Fahrtbericht Rumänien 2010
IGFM-Überleben in Zeiten der Wirtschafts[...]
PDF-Dokument [1.5 MB]
IGFM-Fulda Artikel Zeitschrift Menschenrechte 2003
IGFM Entwicklung in Würde.pdf
PDF-Dokument [3.1 MB]
IGFM-Fulda Fahrtbericht Rumänien 2001
fahrtbericht2001 zündschlüssel.pdf
PDF-Dokument [2.7 MB]
IGFM-Fulda Fahrtbericht Rumänien 2000
Fahrtbericht-Maicanesti 2000.pdf
PDF-Dokument [222.3 KB]
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(c) IGFM-Fulda, Gunter Goebel. Fotos: Daniel Buzatu, Gunter Goebel, Simone Hasenau, Johannes Näder, Philipp Schwind