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Familien- und Schulpatenschaften der IGFM in Rumänien

Erfahrung aus 30 Jahren humanitärer Hilfe

Als IGFM-Arbeitsgruppe Fulda sind wir seit über 30 Jahren ehrenamtlich mit humanitärem Auftrag in Rumänien unterwegs. Ganz im Osten Rumäniens, im nördlichen Teil der Walachei, in der Region um die Großstadt Braila, kümmern wir uns seit zwei Jahrzehnten gemeinsam mit zwei Pastoren vor Ort um eine bessere Schulbildung von Kindern und Jugendlichen, um ein Leben in Würde trotz Behinderung und Altersarmut. In dieser strukturschwachen Region Rumäniens gibt es nur wenig Investitionen. Die Quote der Schulabbrecher ist die höchste in ganz Rumänien. Dagegen kämpfen wir an.

Aus unserer langjährigen Erfahrung und aus den jährlichen Besuchen bei den Ärmsten vor Ort wissen wir, dass Armut in Rumänien häufig wiederkehrende Muster hat:

  • - Mangelnde Schulbildung der Eltern und damit oft eine Tätigkeit als Tagelöhner in der Landwirtschaft ohne jede soziale Absicherung,
  • - Ausfall eines Ernährers in der Familie durch Krankheit oder Tod,
  • - Altersarmut allein gelassener Senioren, um die sich niemand sorgt,
  • - Leben auf dem Land, so dass die höheren Schulen auch für begabte Kinder schwer zu erreichen sind oder die finanziellen Möglichkeiten dafür fehlen,
  • - die Fürsorge um ein behindertes Kind, die die ganze Kraft der Familie bindet,
  • - die Zugehörigkeit zur Minderheit der Roma, denen oftmals Bildungschancen verweigert werden.

 

Unser Ziel: nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe

Nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe ist unser primäres Ziel. Eine gelingende Schulbildung mit echten Berufsaussichten steht hier an erster Stelle. Doch auch unsere Photovoltaikprojekte auf 12V-Basis für Licht, die Unterstützung beim Anschluss an eine Wasserversorgung oder das Bohren eines Brunnens, der Einbau eines Thermopenfensters oder einer Tür für einen winterfesten Raum und die Unterstützung zu mehr Selbstversorgung durch Nutztiere und durch Anlegen eines Gartens zählen zu unseren Projekten.

Manchmal muss unsere Unterstützung auch einfach nur zum Überleben der harten Winter helfen, indem wir Grundbedürfnisse stillen und dafür sorgen, dass die Menschen weniger frieren und nicht hungern müssen.   

Die vielfältigen Patenschaften, die wir anbieten, knüpfen genau an diesen unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen an:

  • Schul- und Bildungspatenschaften
    helfen bei der Deckung der Buskosten zum Besuch der höheren Schulen und ermöglichen so überhaupt erst den Schulbesuch sowie die Anschaffung von Schulmaterialien und Literatur. Die IGFM-Fulda stellt zusätzlich für jede Schülerin/für jeden Schüler ein gebrauchtes Notebook zum Lernen zur Verfügung (weitere Informationen s.u.).
  • Eine Schulpatenschaft, z.B. durch Beteiligung an den Fahrkosten für den Schulbus nach Braila, kostet je nach Wohnort des Schülers/der Schülerin 25 € / 32,50 € / 50 € im Monat.
    Sie können sich für die Förderung von einem Schuljahr oder für die drei- bzw. vierjährige Schulzeit an der höheren Schule entscheiden.
  • Bei einer Studienpatenschaft fördern Sie den Studenten/die Studentin durch ein Semestergeld von halbjährlich 100 € und unterstützen den Kauf von Fachbüchern und Studienmaterialien. Auch hier haben Sie die Wahl, ein Studienjahr oder eine meist dreijährige Studienzeit (Bachelor) zu fördern.
  • Familienpatenschaften
    helfen bei der Absicherung der Grundbedürfnisse, insbesondere, wenn ein Elternteil verstorben ist oder die Arbeitsmöglichkeiten des verbleibenden Elternteils eingeschränkt sind, weil kleine oder behinderte Kinder zu versorgen sind. Dadurch wird bei Familien oftmals auch der regelmäßige Schulbesuch der jüngeren Kinder mitunterstützt.
  • Eine Familienpatenschaft kann durch einen finanziellen Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten (Lebensmittel/Strom/Schulmaterialien...) mit einem selbst gewählten  Betrag von 20 € - 50 € im Monat erfolgen.
  • Sie können eine Familie aber auch durch eine Paketpatenschaft unterstützen, indem Sie bis zu drei Familienpakete (Bananenkartons) mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Schulmaterialien, Kleidung und Bettwäsche einmal jährlich packen. Die Abgabe der Pakete erfolgt zu einem festen Termin im November; die Pakete erreichen die Familien vor Weihnachten.
  • Brennholzpatenschaften
    für alleinstehende alte Menschen oder besonders betroffenen Familien. Die Holzpatenschaft verhilft zu einem Überwintern in Würde, wenn Mindestrente oder Kindergeld nicht für Lebensmittel, Medikamente, Strom und Brennholz gleichzeitig reichen.
    Das Holz kaufen die Pastoren vor Ort in der Region Braila - es muss aus über 100km herbeigeschafft werden - und fahren es persönlich an die Familien und alten Menschen aus. 
  • Eine Brennholzpatenschaft unterstützen Sie mit einer Spende von 60 € oder 120 € einmal im Jahr. Die durch die Brennholzpatenschaft unterstützen Familien und alte Menschen erhalten immer Anfang Dezember und Februar eine Holzlieferung direkt vor die Haustür.

Ihre Patenschaftsspende, für die wir Ihnen gerne eine steuerabzugsfähige Spendenquittung ausstellen, erreicht die Familien in voller Höhe.

 

Haben Sie Interesse an einer Patenschaft?

Dann rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns: info@igfm-fulda.de
 Gunter Goebel (0661/240088); Felizitas Sondergeld (06657/8715)

Paketpatenschaften - Packvorschlag für ein Lebensmittelpaket
Packvorschlag Lebensmittelpaket.pdf
PDF-Dokument [348.9 KB]
Flyer Patenschaften als Download
Patenschaften.pdf
PDF-Dokument [564.2 KB]
Ausführlicher Bericht über Schul- und Bildungspatenschaften der IGFM-Fulda
Hintergrundinformation Schulpatenschafte[...]
PDF-Dokument [800.7 KB]

Pirosca besuchten wir 2018 auf Vermittlung von Herrn Bacan, dem Schulsozialarbeiter von Unirea. Mit der Schule von Unirea pflegt die IGFM eine  gute Kooperation zur schulischen Förderung der Schülerinnen und Schüler.


Seit 2019 besucht Pirosca das technische Gymnasium Anghel Saligny in Braila.

Eine Patin aus Fulda finanziert ihm die monatlichen Fahrkosten für den Schulbus.

Auch der von der IGFM bereitgestellte Laptop ist ein Baustein für den gelingenden Schulbesuch von Pirosca.

Geanina aus Unirea konnte mithilfe der IGFM-Patenschaft ihren Schulbesuch im Sommer 2021 erfolgreich abschließen. Auch sie konnte auf ein Notebook zum schulischen Arbeiten zurückgreifen.

Schulpatenschaften für den Besuch höherer Schulen in Braila

In Rumänien dauert die Schulpflicht bis zum Ende der 8. Klasse. Bis dahin besuchen die Schülerinnen und Schüler die Schule in ihrer Gemeinde und beenden sie mit einem nationalen Abschlusstest. Gerade Schülerinnen und Schüler armer Familien verlassen oftmals danach die Schule und beginnen eine perspektivlose Karriere als Schafhirten oder Tagelöhner in der Landwirtschaft, obwohl sie in den nationalen Tests gute Ergebnisse erzielen. Damit stünden ihnen - schulisch gesehen - die höheren Schulen, Gymnasien und Oberschulen in Braila grundsätzlich offen. Leider fehlen ihnen hierzu die finanziellen Mittel, in den meisten Fällen das Geld für den Bustransport.

 

Da es in den ländlichen Regionen keinen öffentlichen Schulbus gibt, müssen die Eltern der Jugendlichen die Buskosten in Eigenleistung aufbringen. In Unirea zum Beispiel, einer kleinen Gemeinde, ca. 30 Kilometer von der Großstadt Braila entfernt, sind das 65 Euro im Monat, das entspricht etwa der Hälfte bzw. einem Drittel des Monatsgehaltes eines Tagelöhners. Mit den ca. 43 Euro Kindergeld, das die Eltern monatlich vom Staat erhalten, ist der Schulbesuch nicht zu finanzieren.

Gemeinsam mit einem Schulsozialarbeiter und mit unseren beiden Pastoren kümmern wir uns um Patenschaften für begabte Jugendliche, die die Schule fortsetzen möchten, dazu aber aus finanziellen Gründen nicht in der Lage sind. In der Regel finanzieren die Paten die Hälfte der Fahrtkosten, also 32,50 Euro pro Monat. In den zweimonatigen Sommerferien steht das Geld dann für den Kauf von Schulmaterialien zur Verfügung. Die Schulpaten können wählen, ob sie eine Schüberin oder einen Schüler für ein Jahr, zwei Jahre oder aber für den dreijährigen Besuch der Berufsschule bzw. den vierjährigen Besuch des Lyzeums /Gymnasiums) unterstützen wollen. 

 

Als IGFM-Arbeitsgruppe Fulda stellen wir jeder Schülerin und jedem Schüler ein gebrauchtes Notebook zur Verfügung stellen, das die Jugendlichen bei der Recherche für Hausaufgaben und den Schularbeiten wie Referate und Hausarbeiten unterstützt. Die gebrauchten Geräte sind eine Spende von Banken, Firmen oder Behörden und werden den Schülern in einem Vertrag unentgeltlich ausgeliehen, bleiben also im Besitz der ausleihenden Stiftung Lumina, mit der wir einen Kooperationsvertrag für unser Schulprojekt geschlossen haben.

 

Bogdan, enes unserer Schulpatenkinder, übermittelte der IGFM die Ergebnisse seines Abiturs 2021:

Ich schreibe voller Freude und Hoffnung. Ich habe die offiziellen Ergebnisse des Abiturs erhalten und bin sehr zufrieden. Ich habe oft nachgedacht, wie es weiter gehen soll mit mir.

Ich habe beschlossen, die Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Agrarwissenschaften in Braila zu besuchen. Diese Fakultät gehört zu der Universität „Dunarea de Jos“, der unteren Universität in Galati. Ich habe mich an dieser Fakultät eingeschrieben und warte darauf, dass am 21. Juli die Mitteilung über die Aufnahme erfolgt.

Ich nehme an, dass die Landwirtschaft eine bedeutende Zukunft hat, deswegen habe ich mich für dieses Studium (Agronomie) entschlossen.

Nach dem Studium kann ich eine Förderung von der EU beantragen um ein Unternehmen zu gründen, um landwirtschaftliche Maschinen und auch Ackerland zu erwerben. Auf diese Weise kann ich etwas Nützliches für meine Gemeinde tun, indem ich neue Arbeitsplätze für junge Menschen vor Ort schaffe.

Ich danke Ihnen und der IGFM Fulda für die während dieser Zeit geleistete Hilfe, die sich in den Ergebnissen dieser vier Jahre widerspiegelt und hoffe, dass Sie mit der „Investition“ in mich zufrieden sind. Ich danke den Patenfamilien für die gesamte finanzielle und humanitäre Unterstützung. [...]
Die Ergebnisse des Abiturs füge ich bei.

Mit viel Respekt

Bogdan

 

Eine Rückmeldung aus einer der ersten Patenschaften:
Mein Name ist Geanina, ich lebe in dem Ort Unirea im Kreis Braila und habe die neunte Klasse des Technischen Gymnasiums "Constantin D. Nenitescu" abgeschlossen. Im vergangenen Jahr dachte ich oft darüber nach, die Schule zu verlassen, weil ich nicht die finanziellen Mittel habe, die Buskosten von Unirea nach Braila zu bezahlen. Seit Januar 2019 hat sich mein Leben verändert! Und nur zum Guten! Durch Ihre Bereitschaft,  die Fahrtkosten zu unterstützen, konnte ich das Schuljahr gut abschließen, ich habe Pläne für die Zukunft ...

Darüber hinaus wurde der Laptop von mir genutzt, um Bücher zu lesen, da ich sie nicht kaufen konnte, und ich konnte weitere Informationen recherchieren. Ich hatte für Hausaufgaben zu arbeiten, musste im Internet surfen. Dies war wirklich nützlich! Danke von ganzem Herzen!

Liliana (Foto unten) studiert als ehemalige Bewohnerin des 'Casa Fulda' - einem von der IGFM-Fulda erbauten Familienwohnprojekt für Waisenkinder - inzwischen in Constanta.

Studienpatenschaften

Unsere Studienpatenschaften sollen jungen Erwachsenen aus staatlichen Waisenhäusern oder den erfolgreichen Absolventen unserer Schulpartnerschaften die notwendige Unterstützung geben und ihnen Mut machen, die Aufnahme eines Studiums anzugehen.

Je nach Bedürftigkeit und Studienort unterstützen wir das erste Jahr ihres Studiums mit einem monatlichen Stipendium, gefolgt von einem halbjährlichen Semestergeld, meist 100 Euro, das den Kauf von Fachbüchern, Unterrichtsmaterial oder einen Interentzugang ermögliches soll. 

Auch diesen Studenten stellen wir ein gebrauchtes Notebook auf Leihbasis zur Verfügung. Wer eine Patenschaft unterstützt, kann den Studentinnen und Studenten gerne auch ein persönliches Paket zu Weihnachten zukommen lassen. Wir kümmern uns um den sicheren Transport und die Übergabe.

 

Mit Liliana und David unterstützen wir z.B. zwei ehemalige Bewohner des 'Casa Fulda'. Beide studieren in Constanta. David hat sich nach einem erfolgreichen Studium der Sportwissenschaften nun für ein Medizinstudium qualifiziert, das er inzwischen aufgenommen hat. Mit Bogdan startet nun ein Absolvent des Schulpatenprogramms sein Studium der Agrarwissenschaften.

 

Patenschaften/Hilfe für Senioren

Altersarmut in Rumänien trifft angesichts der geringen Renten viele Seniorinnen und Senioren, vor allem, wenn sie nicht auf Unterstützung durch Kinder oder Familienangehörige zurückgreifen können. Die IGFM-Fulda unterstützt bereits seit vielen Jahren bedürftige Senioren auf dem Land, z.B. durch einfache Photovoltaikanlagen auf 12V-Basis, damit sie kostenlos auf Licht zurückgreifen können, wenn die Rente nicht ausreicht, um die Stromrechnung zu bezahlen. Auch mit Brennholzlieferungen durch unsere Spenderinnen und Spender kümmert sich die IGFM-Arbeitsgruppe Fulda um ein Überwintern in Würde für besonders bedürftige alte Menschen.

In der Großstadt Braila betreut die Stiftung Fundatia Lumina ("Stiftung Licht") mehr als 50 alleinstehende Senioren mit einem Besuchs- und Pflegedienst. Hier unterstützt die IGFM-Fulda die Verteilung von Lebensmitteln und Hygieneartikeln an die Senioren mit derzeit 40 Euro pro Jahr und Person. Viermal im Jahr, zu Weihnachten, Ostern, im Sommer und zum Tag der älteren Menschen (1. Oktober) erhalten die Senioren jeweils ein kleines Unterstützungspaket, begleitet von Sachspenden wie Strickdecken, Bettwäsche und warmen Decken/Kopfkissen.  

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(c) IGFM-Fulda, Gunter Goebel. Fotos: Daniel Buzatu, Gunter Goebel, Simone Hasenau, Johannes Näder, Philipp Schwind